Bayerischer Landespokal im Finale
Würzburg jubelt im Pokal-Krimi: Kickers schlagen 1860 im Elfmeterschießen
Die Würzburger Kickers haben am Finaltag der Amateure den Bayerischen Landespokal (Toto-Pokal) gewonnen – in einem Finale, das lange nach einem „zu Ende verwalteten“ 0:1 aussah und erst mit der letzten Aktion kippte. Im Stadion am Dallenberg (AKON Arena) rettete sich Würzburg durch den Ausgleich in der 90. Minute ins Elfmeterschießen und setzte sich dort mit 5:3 durch.
Der TSV 1860 München führte nach dem Treffer von Sigurd Haugen (38.) über weite Strecken, ließ aber nach der Pause die große Chance auf die Entscheidung liegen. Würzburg blieb dadurch im Spiel, erhöhte in der Schlussphase den Druck – und wurde belohnt. Im Elfmeterschießen wurde Kickers-Torhüter Johann Hipper mit seiner Parade gegen Patrick Hobsch zum Schlüsselfaktor, bevor Liam Omore den entscheidenden Versuch verwandelte. Für Würzburg ist es der vierte Titel im Wettbewerb nach den Erfolgen 2014, 2016 und 2019.
1860 nutzt die starke Phase vor der Pause
Vor rund 5.000 mitgereisten Fans übernahmen die Münchner Löwen in den ersten Minuten die Kontrolle. Die erste gute Möglichkeit hatte Haugen, der in der 18. Minute ans Außennetz schoss. Würzburg fand zunächst nur selten saubere Abschlüsse: Ebrahim Farahnak zog in der 27. Minute flach und zu zentral ab, Thomas Dähne war kaum gefordert.
Je länger die erste Halbzeit dauerte, desto klarer lagen die besseren Chancen bei 1860. Haugen scheiterte in der 31. Minute nach einem Steckpass von Thore Jacobsen frei vor Hipper, blieb aber der auffälligste Offensivspieler der Gäste. Sieben Minuten später fiel dann die verdiente Führung: Nach einer nicht konsequent geklärten Situation brachte Justin Steinkötter den Ball vor das Tor, Haugen köpfte zum 0:1 ein (38.).
Die Führung passte zu dieser Spielphase, weil 1860 im letzten Drittel zielstrebiger war und Würzburg zu selten in Abschlusssituationen kam, die wirklich Gefahr ausstrahlten.
Würzburg bleibt im Spiel und trifft im letzten Moment
Nach der Pause hatte 1860 die große Gelegenheit, das Finale früh zu entscheiden. Samuel Althaus überwand Hipper bereits, doch Peter Kurzweg klärte in der 49. Minute auf der Linie. Diese Szene war der Wendepunkt, ohne dass es sofort auf der Anzeigetafel sichtbar wurde: Statt eines möglichen 0:2 blieb es beim knappen Vorsprung – und damit bei der Tür, die für Würzburg offen blieb.
In der Folge wurde das Spiel offener. Würzburg kam nun häufiger in gefährliche Zonen, ohne zunächst den Ausgleich zu erzwingen. Jermain Nischalke traf in der 57. Minute den Pfosten, der Fallrückzieher des eingewechselten Liam Omore flog in der 68. Minute über das Tor. Auf der anderen Seite blieb 1860 über Umschaltmomente gefährlich, schaffte aber das zweite Tor nicht – und genau diese ausgelassene „Killer-Szene“ wurde in einem Endspiel mit hohem Druck zur Hypothek.
In der 90. Minute fiel der Ausgleich: Die Münchner Abwehr klärte einen langen Ball nicht konsequent, Tarsis Bonga kam zum Abschluss und traf zum 1:1. Der Ball wurde noch abgefälscht und war für Dähne schwer zu sehen. Aus einem Finale, das lange in Richtung 1860 gekippt war, wurde in Sekunden ein Spiel, in dem plötzlich Würzburg die psychologische Oberhand hatte.
Im Elfmeterschießen kippt das Finale endgültig
Nach sieben Minuten Nachspielzeit fiel die Entscheidung vom Punkt. Zunächst trafen beide Teams sicher: Für 1860 verwandelten Haugen und Rittmüller, für Würzburg trafen Thomann und Bonga.
Dann kam der Moment des Abends: Hipper parierte den Elfmeter von Hobsch und verschaffte den Kickers den Vorteil. Cissé nutzte ihn mit seinem Treffer, anschließend schoss Jakob rechts am Tor vorbei. Damit lag die Entscheidung bei Würzburgs letztem Schützen – und Omore verwandelte zum 5:3 im Elfmeterschießen.
Sportlich war das Endspiel trotz des bereits vor dem Finale feststehenden DFB-Pokal-Tickets für beide Klubs mehr als nur Pflichtprogramm: Würzburg holte den Titel und ein Signal für die nächsten Aufgaben, während 1860 nach Führung und mehreren Gelegenheiten die Entscheidung liegen ließ. Für die Kickers ist der Pokalsieg zudem Rückenwind mit Blick auf die noch anstehende Drittliga-Relegation – und ein weiterer Beleg für das Muster dieses Finals: nicht die längere Kontrolle, sondern die letzte Konsequenz entschied.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.br.de/nachrichten/sport/finaltag-der-amateure-wuerzburger-kickers-tsv-1860-muenchen,VK3WPKA
- https://www.bfv.de/news/toto-pokal/2025-26/05/nachbericht-toto-pokal-finale-2026, 23.05.2026
- https://www.bfv.de/news/toto-pokal/2025-26/05/toto-pokal-endspiel-fc-wurzburger-kickers-gegen-tsv-1860-munchen, 23.05.2026

