Mein Opa, die Nazis und Olympia in Würzburg: Geschichte live erleben


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Mein Opa, die Nazis und Olympia: Geschichte wird live hörbar
Wie prägt eine Entscheidung aus der NS-Zeit den Sport bis heute? Der Live-Podcast Mein Opa, die Nazis und Olympia bringt diese Frage am Dienstag, 27. Oktober 2026, in das Museum im Kulturspeicher Würzburg. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung im Sport, Erinnerungskultur und das Schweigen über die NS-Vergangenheit in Familien.
Eine persönliche Spurensuche im Zeichen der Olympischen Spiele
Im August 1936 wurden die Olympischen Spiele in Berlin zur gewaltigen Propagandainszenierung des Nationalsozialismus. Die Grundlage dafür entstand bereits 1931 mit der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, die Spiele in Deutschland zu belassen, obwohl jüdische Sportler systematisch ausgeschlossen wurden.
Der Live-Podcast verbindet diese historische Ebene mit einer persönlichen Familiengeschichte. BR-Journalistin und Historikerin Astrid Freyeisen recherchiert die Rolle ihres Großvaters, der den Rudervierer trainierte, der in Berlin Olympia-Gold gewann. Über die politische Dimension dieses Erfolgs sprach er später ebenso wenig wie viele andere Menschen seiner Generation.
Junge Stimmen treffen auf historische Verantwortung
Gemeinsam mit Moderatorin Jasmin Brock und jungen Würzburger Ruderinnen öffnet die Veranstaltung einen Raum für Fragen, die über den einzelnen Podcast hinausweisen. Die elf- und zwölfjährigen Sportlerinnen recherchieren für ein Schulprojekt auch die Geschichten jüdischer Ruderer, die damals aus dem Würzburger Verein ausgeschlossen wurden.
So entsteht ein intensives Veranstaltungserlebnis zwischen Sportgeschichte, Familienerinnerung und demokratischer Bildungsarbeit. Die Publikumsstimmung lebt vom direkten Gespräch, von persönlichen Perspektiven und dem Mut, schwierige Kapitel nicht auszusparen.
Live-Podcast im Museum im Kulturspeicher
Das Museum im Kulturspeicher bietet den passenden Rahmen für diesen Abend. Die Organisation verbindet Podcast-Format, historische Recherche und kulturelle Vermittlung zu einer Veranstaltung, die sowohl Sportinteressierte als auch Menschen anspricht, die sich mit Erinnerungskultur und deutscher Geschichte auseinandersetzen möchten.
Vor dem Live-Podcast findet um 18 Uhr eine Kurzführung durch die Städtische Sammlung mit MiK-Direktor Marcus Andrew Hurttig statt. Dabei geht es auch um den Aufbau der städtischen Kunstsammlung im Jahr 1941. Die Führung und der Podcast können unabhängig voneinander besucht werden; für die Kurzführung ist der Museumseintritt zu entrichten.
Fazit: Ein Abend, der Geschichte in die Gegenwart holt
Mein Opa, die Nazis und Olympia verbindet Sport, Familiengeschichte und politische Verantwortung zu einem eindringlichen Live-Format. Besucherinnen und Besucher erwartet kein distanzierter Rückblick, sondern ein nahbares Gespräch über Erinnerung, Haltung und die Bedeutung historischer Bildung. Der Eintritt zum Live-Podcast ist frei – eine Gelegenheit, Geschichte im Museum im Kulturspeicher unmittelbar mitzuerleben.
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